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Samstag, 20. Juni 2015

Diskussionen über Gott

Zur Erkenntnis der wirklich bedeutsamen Dinge im Leben kann man durch Diskussionen nicht gelangen. So wird niemand am Ende einer Unterhaltung über die Existenz und das Wesen des Schöpfers zu dem Schluss kommen, dass die Bibel das Wort Gottes ist. Über solche Dinge zu streiten ist Sünde wider den guten Geist. Man erfährt sie viel eher indem man die Regungen seiner Seele erforscht und gewichtige Überlegungen auf sie einwirken lässt. Ein Spaziergang in der Natur trägt viel mehr zur Erkenntnis des Ewigen bei, als eine Unterredung über diesen. Vor diesem Hintergrund sind auch jedwede Gottesbeweise, die das Unendliche mit Hilfe des Endlichen erfassen wollen, als Torheiten abzulehnen.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Ausbildung der Seele

Die Ausbildung des Verstandes bleibt ohne diejenige der Seele ungenügend. Denn der Verstand ist seinem Wesen nach nicht Gut. Viele Tyrannen waren Menschen von ausgeprägtem Verstand. Wir kennen alle das Klischee vom gefühlskalten Wissenschaftler, dessen Skrupellosigkeit sich keinen moralischen Normen beugt. Der Lagerarzt Josef Mengele gibt ein trauriges Beispiel für diesen Typus ab. Die kühle Ratio kennt keine Moral. Erst durch die Ausbildung der Seele kann der Mensch vervollkommnen. Diese aber geschieht vor Allem durch Kunst und Religion. Das Studium des Heiligen und Schönen alleine vermag es die Seele des Menschen zu veredeln.

Dienstag, 10. März 2015

Erster Dialog über Religion

Zur Frage ob die Seele unsterblich ist

Christ: Da alles auf dieser Welt von den Planetenbahnen über die Naturgesetze sinnvoll eingerichtet ist, wäre es unlogisch anzunehmen, dass die Seele sterblich sei. Denn dass sie in den Leib des Menschen gepflanzt wird und nach Vervollkommnung strebt, um wenig später wieder vernichtet zu werden, verträgt sich nicht mit den Prinzipien der Vernunft.

Atheist: Aber warum sollten wir davon ausgehen können, dass die Welt vernünftig eingerichtet ist, da es in ihr Widersinnigkeiten wie sexuelle Perversionen gibt, die dem Zweck der Sexualität widersprechen, welcher ist die Vermehrung.

Christ: Aber diese Fehler existieren nur, um uns auf die Sinnhaftigkeit des Richtigen hinzuweisen. Demnach erfüllen auch sie einen Sinn. Die Sehnsucht des Menschen nach der Unsterblichkeit der Seele hingegen wäre ein völlig unsinniger Fehler, der in einer vernünftig eingerichteten Welt unerklärlich ist.

Atheist: Das leuchtet mir ein. Aber nur weil etwas unsinnig ist, muss es nicht falsch sein.

Christ: Das könnte natürlich so sein. Aber wenn wir annehmen, dass alles Unsinnige wahr sein könnte, wäre es ganz und gar überflüssig seine Vernunft zu gebrauchen um über irgendeinen Gegenstand zu disputieren. In diesem Falle, sollten wir diese und jede künftige Diskussion unterlassen.

Atheist: Da hast du nicht unrecht mein Freund. Bleiben wir also bei der Annahme, dass die Welt vernünftig eingerichtet ist. Ich möchte ein weiteres Argument in die Diskussion werfen. Alles auf der Welt ist dem ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens unterworfen. Das Einzige was Bestand hat, ist dieser Kreislauf selbst. Alle Wesen essen um wieder zu hungern, trinken um wieder zu dürsten, leben um wieder zu sterben, usw. Das Einzelne vergeht. Es lebt lediglich fort in seiner Gattung. Dieses Prinzip gilt auch für leblose Gegenstände, die der Mensch benutzt. Wie zum Beispiel der einzelne Tisch vergeht, bleibt die Idee des Tisches lebendig. Wie könnte man in Anbetracht dieser Beobachtungen von einer Unsterblichkeit der Seele ausgehen?

Christ: Dieser Argumentation würde ich Folgendes entgegenhalten. Der von dir erläuterte Kreislauf bezieht sich im Grunde nur auf materielle Dinge. Immaterielle Dinge hingegen wie Argumente und Ideen, sind unsterblich. Die Seele ist aber nichts anderes als der Ursprung aller immateriellen Phänomene. Aus diesem Grunde wäre es doch völlig unschlüssig anzunehmen, dass der Hort aller immateriellen Dinge, die keinem Kreislauf unterworfen sind, einem Kreislauf unterworfen wäre.