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Samstag, 14. November 2015

Heuchelei

Immer wenn etwas Schlimmes in der Welt passiert, zeigen sich alle Menschen tief bestürzt, die über einen Internetzugang verfügen. Nicht etwa weil sie wirklich derart lebhaft Anteil nehmen an dem Schicksal fremder, was unmöglich ist. Schließlich wären wir gar nicht mehr lebensfähig, wenn wir jedes Mal in tiefstem Mitleid versinken würden, wenn irgendwo auf der Welt ein Kind verhungert oder ähnlich Schreckliches passiert. Deshalb sind wir von Natur her so geschaffen, dass wir die fernen Dinge nicht zu nah an uns heranlassen. Aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass jemand der seine Trauerbekundungen im Internet verbreitet, dies nur tut um sich öffentlich zu profilieren. Wer dabei nicht mitmacht, indem er zumindest "likes" für solche Beiträge verteilt, kann damit rechnen, dass seine Reputation in Frage gestellt wird. Wer sich nicht bestürzt zeigt und öffentlich von derlei Dingen distanziert, gerät in den Verdacht diesen entweder gleichgültig gegenüberzustehen, oder sie sogar zu befürworten. Viel moralischer finde ich es aber in solchen Situationen einfach zu schweigen und das Abhalten formaler Trauerreden den Berufspolitikern zu überlassen.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Das Böse im Menschen

Diejenigen, die den Fortschritt preisen und von der moralischen Besserung des Menschen sprechen, sollten doch zu aller erst einmal ihr eigenes Herz auf böse Anwandlungen prüfen.
Behaupten sie daraufhin vollen Ernstes keine niederträchtigen Gelüste zu verspüren, weiß man, dass man es mit Heuchlern zu tun hat. Schlimmer noch als eine böse Tat zu begehen, ist es sich über diese verwundert zu zeigen und vorzugeben, dass es einem niemals in den Sinn käme, Vergleichbares zu tun. Denn das Böse ist tief im Menschen verwurzelt und bleibt gänzlich unbeeinflusst von den moralischen Vorstellungen der Gesellschaft. Deshalb sind auch alle Versuche die darauf abzielen die "Menschheit" zu verbessern als Torheiten abzutun.